Bildschirmfoto 2019 07 08 um 09.12.21An vier Daten zwischen Aprli und Juni 2019 gingen wir mit einer jeweils wechselnden Gruppe Jungen (12 bis 17-jährig) fischen. Bei den Vorbereitungen (Planung, Flyer, Einkauf) waren immer auch einzelne Teilnehmende beteiligt. Organisiert, informiert und diskutiert wurde über einen rege genutzten WhatsApp-Chat. Die ersten drei Treffen fanden am Greifensee statt während verschiedenen Zeitfenstern (Nachmittag, Abend). Für das vierte Treffen als Abschluss der ersten Phase trafen wir uns um 4 Uhr zum fischen im Zürichsee beim Hafen Wollishofen.

Kontakt
Verein Jugendarbeit Fällanden, Michael Felder und Diego Paris
michael.felder@vjaf,

Inwiefern wurde das Projektziel erreicht?

Ziel 1: Empathiefähigkeit fördern: Die Jugendlichen bekommen durch den Prozess des Fischens ein Zugang zur Tierwelt. Für das Fischen werden lebendige Köder benutzt und die Fische müssen getötet werden. Dieser Prozess soll auf eine tiergerechte und respektvolle Art und Weise erlernt werden. Somit werden Themen wie Macht, Angst, Ekel und Respekt beim "doing (tun)“ (im Sinne des Konzepts von "Doing Gender") erarbeitet.

  • Die Jugendlichen wurden während des Fischens immer wieder herausgefordert ihre eigenen Köder (Würmer, Maden) zu montieren, die gefangene Fische zu töten und anschließend diese zu verarbeiten. Diese Arbeiten waren vorallem für die unerfahrenen Jungen Grenzerfahrungen. Die erlebten Gefühle wurden aufgegriffen und thematisiert.

Ziel 2: Umwelterziehung: Durch direkten Kontakt und Auseinandersetzung mit der Natur, werden mit den Jugendlichen Themen aus den Bereichen Nachhaltigkeit und Ökologie bearbeitet. Folgende Themen werden u.a. angesprochen und direkt Vorort erlebbar gemacht: Wasserverschmutzung, Überfischung und Fischsucht.

  • Während den Ausflügen wurden die Jungen auf ihre Wirkung in der Natur, Abfallentsorgung, die Situation der Gewässer und die Auswirkungen auf die Fischerei aufmerksam gemacht. Auch das Thema der Ernährung, Herkunft, Tierhaltung und deren Herausforderungen wurden thematisiert. 

Ziel 3: Rollenbilder und Alltagsbewältigung: Das Alltagskochen wird stereotypisch als weiblich betrachtet. Zwischen Kochen als Beruf (männlich) und Kochen im Alltag (weiblich) werden traditionelle Rollenbilder deutlich sichtbar. Durch die Anleitung durch einen Koch in Ausbildung und die Berichte aus dem Alltag von zwei engagierten Vätern und Jugendarbeiter wird über die Wichtigkeit diese Skills "Kochen im Alltag" reflektiert.

  • Leider konnte keine Koch in Ausbildung gefunden werden. Trotzdem haben die Jungen bei jedem Treffen die Verpflegung selber vorbereitet. Zum Kochen kam es leider nicht da wir nur am letzten Treffen etwas gefangen haben:). Die Jungen haben ihre Fische vorbereiten und ganz stolz nach Hause zu ihren Familie gebracht. 

Wo und wie wurden "Körperbilder und Männlichkeiten" reflektiert?

Das Thema wurde mehrheitlich nicht in der Gruppe (Plenum) als Diskussion behandelt. Die Jungen wollten fischen und nicht diskutieren wie in der Schule. Das haben wir respektiert und einen kurzen gemeinsamen Erlebnis- und Erfahrungsaustausch bei der Abschlussrunde gemacht. Um das Thema zu reflektieren wurden Gespräche und Interviews durchgeführt mit den einzelnen Jungen, während sie am Fischen waren. Der Fokus lag auf der Wahrnehmung und Reflexion von Gefühlen. Als Grundlage wurde die Broschüre "Körperbild von Jugendlichen in der Deutschschweiz" der Gesundheitsförderung Schweiz und das Positionspapier der Fachstelle jumpps "Ansätze für eine geschlechtergerechte Pädagogik" benutzt (siehe Materialien). Die Aussagen/Zitate der Jungen wurden in der Abschlussrunde diskutiert.

Was müsste für ein zukünftiges Projekt beachtet werden?

Das Projekt hat uns eine neue Möglichkeit eröffnet mit den Jungen der Sekundarstufe zu arbeiten. Durch das Fischen wurde ein Thema gefunden, welches die Jungen interessiert und bei dem sie sehr gerne dabei sein wollen. Um mit Jungen zu Themen wie Körperbilder und Männlichkeiten zu Arbeiten ist eine gute Beziehung die Grundlage. Mit den vier Treffen wurde diese Grundlage gelegt. Sehr gerne würden wir das Projekt in Zukunft weiterführen mit den bisher teilnehmenden Jungen in der Rolle als Coaches.

Anzahl teilnehmende Jugendliche

18

Materialien

Flyer 1+2

Flyer 1+2

Flyer 3+4

Flyer 3+4

Fish & Chips

Fish & Chips

Fish & Chips

Fish & Chips

Fish & Chips

Fish & Chips

Fish & Chips

Fish & Chips

Fish & Chips

Fish & Chips

Fish & Chips

Fish & Chips

Fish & Chips

Fish & Chips

Fish & Chips

Fish & Chips

Fish & Chips

Fish & Chips